Dieter's Klaviergeschichten
Datenarchiv des Klavierbaus

Gebr. Zimmermann, A.-G.,

Leipziger Pianofortefabrik, gegr. 1884

- gekürzte Fassung -

Es begann ... mit den Brüdern Max und Richard Zimmermann. Die vielfältigen Nachweise aus den "ZfI´s habe ich eingeteilt in die Lebensläufe, in die verschiedenen Orte ihrer Wirksamkeit, über Modelle und Messeberichte und über die geschäftlichen Dinge.

Zunächst die Lebensläufe:

Max und Richard - diese Beiden ...
Darüber berichten die Artikel aus der "Zeitschrift für Instrumentenbau", zum 25. Bestehen der Firma aus dem Jahre 1909, zum 70. Geburtstag des Direktors Richard Zimmermann aus dem Jahre 1926 und ein Artikel zum 70. Geburtstag des Generaldirektors Max Zimmermann aus dem Jahre 1931. [...]

Am 1. April 1884 gründeten sie die Firma Gebr. Zimmermann in der "väterlichen Werkstätte in der Alexanderstraße in Leipzig, anfänglich mit wenigen Mitteln, und beschäftigten einen Mann sowie zwei Lehrlinge". Wie oft in dieser Zeit, war die Werkstätte viel zu klein. Die erste Fabrik wurde gebaut in Leipzig-Sellerhausen, in der Schützenhausstraße 6. Aber auch diese erwies sich "nach einigen Jahren als viel zu klein". In Mölkau bauten die Gebr. Zimmermann eine "erweiterungsfähige Fabrik". 1904 wurde "die große Zweigfabrik in Eilenburg angegliedert" und "1911 die Fabrik in Seifhennersdorf, da man der Nachfrage nicht genügen konnte". [...]

Anzeige aus dem Weltadressbuch der Firma Zimmermann, Leipzig

Max Zimmermann, Generaldirektor a. D., Gründer der Firma Leipziger Pianofortefabrik Gebr. Zimmermann A.-G. beging am 10. Dezember 1932 seinen 70. Geburtstag. Wie sein Bruder erlernte es das Tischlerhandwerk. "Nach seiner Lehrzeit bildete er sich in der Pianobranche aus und war bei den Firmen A. H. Francke, C. Schumann, Robert Seitz, Philippi-Fréres und Steinway & Sons - Hamburg tätig. Von Hamburg aus wurde er durch Theodor Steinway nach New York in Steinway-Hall als Stimmer, Action- und Tonregulierer berufen. Dort lernte er das Großzügige und Zähe einer wirklichen Arbeitsleistung kennen, und unermüdlich und ohne Rast, aber bei größter Energie, hat er in dieser Firma 5 Jahre viel gelernt und geleistet.

Mit den größten Künstlern damaliger Zeit kam Max Zimmermann in engste Verbindung, denn sie hielten ihre Konzerte in Steinway-Hall in New York ab, wo die Flügel unter seiner Obhut standen". Eine Exkursion unternahm Max Zimmermann mit dem "Deutschen Liederkranz" und dessen Präsidenten William Steinway. Das Ziel waren die Niagarafälle. Auf der Rückreise wurden Konzerte des "New- Yorker- Liederkranzes in "einer neuen Musikhalle" in Buffalo gegeben. [...] Die Firma gab 1905 ein "Musterbuch über Pianos" heraus. Sieben Pianino-Modell und 2 Innenansichten wurden vorgestellt. Der begleitende Text war fünfsprachig. Weiter war zu lesen: "Die Aktiengesellschaft Gebr. Zimmermann beschäftigt in ihren beiden Fabriken in Mölkau und Eilenburg jetzt an 400 Arbeiter, so daß die Jahresproduktion im laufenden Jahre die Zahl von 5000 Instrumenten erreichen wird. Die neu errichtete Zweigfabrik in Eilenburg [...] ist derart eingerichtet, daß sie bei Bedarf 10 000 Instrumente pro Jahr liefern kann". [...]

Bericht von der Frühjahrsmesse 1939 in Leipzig. Die "Erzeugung" wurde "nach ihrem Werk Seifhennersdorf verlegt, um auf größerer, auch dem Export zugute kommender Basis zu produzieren, konnte ihr kleinstes Kleinklavier-Modell von nur 92 cm Höhe durch einen Klangsteg tonlich wesentlich weiterverbessern; es klingt jetzt hell, klar und durchsichtig. Auch das Äußere des kleinen Instruments hat nach der Seite des Musikmöbels hin eine sehr ansprechende formale Bereicherung erfahren; es wird in Nußbaum gebaut".

Kleine Firmen-Chronik:

1891: "Die Pianofortefabrikanten Gebr. Zimmermann in Neusellerhausen-Leipzig, die Fabrikanten des von H. Peters & Co. in Leipzig vertriebenen Pianetts, haben in Mölkau bei Leipzig ein Grundstück erworben und richten dort eine neue Fabrik für eine größere Anzahl Arbeiter ein. Dieselbe soll schon in 4 Wochen dem Betriebe übergeben werden".

1903: "Der Streik in der Leipziger Pianoforte-Fabrik Gebr. Zimmermann Aktiengesellschaft zu Leipzig Mölkau hat nach 16tägiger Dauer sein Ende erreicht. Sämmtliche ausständige Arbeiter (ca. 250) haben am 6. März d. J. die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die verlangten höheren Löhne von der Direktion theilweise bewilligt worden sind". [...]

1923: Die Zweigniederlassung in Dresden wurde in das Handelsregister eingetragen. Dazu wurde das Werk des ehemaligen Hofbräuhaus in Dresden-Cotta erworben. [...]

1936: "Die Leipziger Spanplattenfabrik Gebr. Zimmermann A.-G. hat einen Teil ihres Dillenburger Werkes wieder in Betrieb nehmen können". [...]

Ungefähr bis Ende 1951 fungierte Herr Zimmermann als Werkleiter, bis ihm plötzlich der Zutritt zum Betrieb verweigert wurde. Kurze Zeit später siedelte er in die damalige BRD über.