Dieter's Klaviergeschichten
Datenarchiv des Klavierbaus

Glaser, Gebr. Pianofortefabrik,

Roda und Jena, gegr. 1910

kleiner Kielflügel der Firma Glaser
- gekürzte Fassung -

in Camsdorf - in Wenigenjena - oder in Jena?
Glaser & Bachstein - Franz Glaser - oder Gebr. Glaser?
Irgendwie hängen sie alle zusammen.

Die drei Söhne von Franz Glaser machten sich im Jahre 1910 selbständig:
"Die in den letzten Jahren in der Pianofortefabrik von F. Glaser in Jena (Camsdorf und Wenigenjena wurden 1909 nach Jena eingemeindet) als technische und kaufmännische Leiter tätig gewesenen Herren Karl, Willy und Franz Glaser haben unter der Firma Gebr. Glaser in Roda (S.-A.) eine Pianofortefabrik errichtet. Das von ihnen unter günstigen Bedingungen erworbene Fabrikgrundstück liegt direkt am Bahnhof [...] Es soll hier die Fabrikation von Pianos zu wohlfeilen Preisen betrieben werden, und die ersten Lieferungen erfolgen bereits in diesem Monat." [...]

Eine Neuerung im Jahre 1928: "Das Dr. Danckert-Generalbaßklavier [...]
Hierbei handelt es sich um ein neues, [...] bereits erwähntes Ersatzinstrument für das Cembalo. Es hat die Form des Klaviers, ist 115 cm hoch, 132 cm breit und 62 cm tief; das Gehäuse ist Ebenholz-Imitation. [...] Hoffentlich haben Erfinder und Erbauer mit ihrem Bestreben, Anzeige aus dem Weltadressbuch der Firma Glaser für die Ausübung altklassischer Musik einen wohlfeilen, guten Ersatz für das kostspielige Cembalo zu bieten, vollen Erfolg." [...]

Am 16. Juli 1932 verstarb Herr Franz Glaser im Alter von 77 Jahren. Im Nachruf erfuhr man erstmalig etwas aus seinem Leben:
"Sein Werk, die Firma [...], die er mit geringsten Mitteln im Jahre 1886 gründete, wurde ein Opfer der schon vor dem Krieg beginnenden Krise, so daß nach Kriegsschluß die entgültige Liquidation erfolgen mußte. Mit dem Klavierbau wurde er, wie so mancher deutsche Pianofortefabrikant, vertraut durch seine Tätigkeit in der früheren Hof-Pianofortefabrik Carl Weidig-Jena. Auch in der bekannten Klavierfabrik von Stichel-Leipzig war er vor seiner Gründung in Wenigenjena tätig. [...]

Am 27. August 1936 verstarb Karl Glaser. "Er war Fabrikant von echtem Schrot und Korn, der seine Firma aus kleinen Anfängen zu der beachtlichen Geltung in aller Welt geführt hat, die sie heute in allen Weltteilen besitzt, und ein echter deutscher Mann von hohen sozialen charakterlichen Eigenschaften. [...] Obwohl er im Weltkriege, den er von Anfang bis zum Schluß in den vordersten Linien mitgemacht hat, noch in den letzten Tagen des Völkerringens einen Arm verlor, war er bis kurz vor seinem Tode unermüdlich in seinem Betriebe tätig, um seine Firma nach den Jahren der Weltwirtschaftskrise zu neuer beachtlicher Blüte zu bringen."

Anzeige aus dem Weltadressbuch der Firma Glaser